Zähneputzen – So putzt Du deine Zähne richtig

Richtig Zähne putzen ist gar nicht so schwer, schließlich machen wir es ja schon, seit wir ein kleines Kind sind. Und dennoch gibt es beim richtigen Zähneputzen ein bisschen was zu beachten, so sollten Erwachsene und Kinder zum Beispiel unterschiedlich putzen. Und auch dein Baby benötigt eine gewisse Zahnpflege.

Das ganze Thema ist wesentlich umfangreicher, als man zunächst denkt. Du kannst daher direkt zum für dich relevanten Teil springen, in diesem Artikel erfährst Du:

Richtiges Zähneputzen ist wichtig, denn gesunde Zähne erleichtern das Kauen, beugen Zahnschmerzen vor und benötigen seltener eine Zahnaufhellung.

Wie lange und wie oft Zähneputzen?

Für die meisten von uns ist klar, dreimal täglich für drei Minuten Zähneputzen. Aber stimmt das überhaupt noch? Nicht wirklich, denn wenn Du sehr gründlich putzt, reicht zweimal täglich vollkommen aus, nämlich morgens und abends.

Auch die Meinungen über die Länge gehen auseinander. In der Tat können die drei Minuten ausreichen, manche benötigen aber bis zu fünf Minuten, um alle Beläge zu entfernen. Um die für dich optimale Putzdauer zu ermitteln, empfiehlt sich ein Gespräch mit deinem Zahnarzt.

Alternativ kannst Du auch Zahnfärbetabletten nutzen, die Du vielleicht vom Zahnarzt kennst. Damit werden deine Zähne farbig, älterer Plaque wird blau, neuerer Plaque wird rosa angezeigt (Farbe kann mit Zähneputzen natürlich wieder entfernt werden). Damit kannst Du sehr schön sehen, ob Du gründlich genug warst oder nicht und so die für dich optimale Putzzeit herausfinden. Diese Tabletten gibt es inklusive Spiegel für etwa 20 Euro bei Amazon.

Vor oder nach dem Frühstück?

Logischerweise sollte man die Zähne vor dem Frühstück putzen, schließlich war das Putzen ansonsten völlig umsonst. Oder? Nicht ganz, ob Du das vor oder nach dem Frühstück tust, kommt darauf an, was Du zum Frühstück isst. Grundsätzlich empfiehlt es sich mittlerweile aber, VOR dem frühstücken zu putzen, denn jedes Essen bedeutet einen „Säure-Angriff“ auf deine Zähne.


Dieser Säure-Angriff hält etwa 30 Minuten an, vor allem wenn Du sehr säurehaltige Nahrungsmittel wie Joghurt, Marmelade, Säfte oder Äpfel zu dir nimmst. Putzt Du dann, verteilst Du die Säure und reibst sie in die Zähne hinein. Daher empfehlen viele Zahnärzte mittlerweile, vor dem frühstücken zur Zahnbürste zu greifen. Denn die Mineralstoffe in der Zahnpasta machen deine Zähne widerstandsfähiger gegen die Säure.

Nach den 30 Minuten kannst Du dann normal die Zähne putzen, allerdings wirst Du dann vermutlich schon auf dem Weg zur Arbeit, in die Uni oder in die Schule sein. Daher empfiehlt sich nach dem Frühstück ein zuckerfreies Zahnpflegekaugummi zu kauen, was den pH-Wert neutralisiert.

Vor dem Schlafengehen

Beim Abendessen stellt sich die Frage nach dem Zeitpunkt eher selten. Denn vor dem Schlafengehen solltest Du auf jeden Fall die Zahnbürste benutzen, da die Bakterien ansonsten jede Menge Zeit haben, sich auszutoben. Durch den verminderten Speichelfluss in der Nacht sind die Schutzfunktionen deines Körpers nämlich vermindert und die Mundhöhle anfälliger für die Besiedelung von Bakterien.

Daher solltest Du auf jeden Fall unmittelbar vorm Schlafengehen zur Zahnbürste greifen.

Übrigens: Zur richtigen Zahnpflege gehört auch ab und zu eine professionelle Zahnreinigung.

Die richtige Putztechnik

Seit wir ein kleines Kind sind, wird uns beigebracht, dass wir rotierende bzw. kreisende Bewegungen beim Zähneputzen machen sollen. Das ist bei Kindern auch in Ordnung, im Teenageralter sollte man aber auf die sogenannte Fegetechnik umstellen, also die Zahnbeläge „wegfegen“ bzw. „wegwischen“.

Die richtige Putztechnik für Erwachsene wird von Dr. Best wie folgt beschrieben:

  1. Die Zahnbürste muss schräg an die Zähne angelegt werden, etwa im 45° Winkel
  2. Die Zähne sollten mit leicht rüttelnden Bewegungen geputzt werden, um Zahnbelag und Plaque zu entfernen. Wichtig: Nicht zu doll aufdrücken und schrubben
  3. Danach putzt man den Zahnbelag vom Zahnfleisch zur Zahnkrone hin weg. Als Zahnkrone wird der Teil bezeichnet, der aus dem Zahnfleisch herausragt, also putzt Du von unten nach oben.
  4. Überlege dir ein festes Muster beim Zähneputzen, beispielsweise erst außen, dann innen. Zuerst Ober-, dann Unterkiefer. So bekommst Du eine gewisse Routine und putzt mit der Zeit intuitiv
  5. Nun kannst Du die Kauflächen der Backenzähne reinigen, hier kannst Du auch ruhig schrubben
  6. Um Bakterien zu entfernen, solltest Du deine Zunge sanft mit einem Zungenreiniger reinigen
  7. Reinigen der Zahnzwischenräume, an die eine Zahnbürste nur schwer gelangt. Ideal ist hierfür eine Munddusche geeignet, auch eine Mundspülung kann helfen

Wenn Du dir das mit dem 45° Winkel nicht so gut vorstellen kannst und die Anleitung lieber in einem Video sehen möchtest, dann schau dir mal dieses von der Stiftung Warentest an.

Zahnbürste regelmäßig tauschen

Zahnbürste regelmäßig tauschen nach dem Zähne putzenEine Zahnbürste hat nur eine gewisse Lebensdauer, Zahnärzte empfehlen, diese spätestens nach 2-3 Monaten auszutauschen. Du solltest sie sogar noch früher wechseln, wenn die Borsten ausgefranst aussehen und sich zur Seite neigen. Wenn dieser Zeitpunkt erreicht ist, putzen sie nämlich nicht mehr richtig und Du erwischt nicht mehr alle Ablagerungen. Und das gilt logischerweise nicht nur für herkömmliche Zahnbürsten, sondern auch für Schallzahnbürsten, sowie für elektrische und Ultraschall Zahnbürsten, wo Du die Aufsteckbürsten regelmäßig tauschen solltest.

Wichtig: Wenn Du krank warst und/oder eine Infektion hattest, solltest Du die Bürste sofort wechseln.

Mundspülung

Mit einer herkömmlichen Zahnbürste erreichst Du meist die Zahnzwischenräume nicht ausreichend. Eine Ultraschallzahnbürste ist da schon wesentlich besser für geeignet, auch die Munddusche ist eine sehr sinnvolle Ergänzung. Die Mundspülung solltest Du dennoch nach jedem Putzvorgang nutzen. Alternativ kannst Du natürlich auch Zahnseide benutzen, doch damit tun sich die meisten sehr schwer.


Die Mundspülung sorgt für ein gründliches Spülen der Zahnzwischenräume und kann Karies vorbeugen. Denn Karies entsteht durch Plaque, also bakterielle Zahnbeläge, die nicht ausreichend entfernt werden, was im Zahnzwischenraum der Fall ist. Außerdem kannst Du mit der Mundspülung den gesamten Mundraum reinigen, also auch Zunge, Gaumenwände oder den Zahnfleischrand, weshalb sie oft der Zahnseide vorgezogen wird.

Tipp: Eine Mundspülung ist besonders hilfreich bei festen Zahnspangen. Denn hier erreicht man die Zahnzwischenräume – und die Räume zwischen der Zahnspange – mit einer Bürste nur sehr schwierig.

Wichtig: Kinder sollten vor ihrem sechsten Lebensjahr keine Mundspülung benutzen, denn vorher besteht die Gefahr, dass Sie die Mundspülung herunterschlucken, statt damit nur zu spülen. Das Herunterschlucken ist zwar grundsätzlich ungefährlich, kann aber zur Bildung von Flecken auf nachwachsenden Zähnen führen. Ab dem sechsten Lebensjahr gelten sie als so weit ausgebildet, dass dies nicht mehr passieren kann (Quelle: Stiftung Warentest)

Zahnseide

Zähne putzen mit ZahnseideAuch Zahnseide dient dazu, die Zahnzwischenräume zu reinigen und von Zahnbelag und Essensresten zu befreien. Um Karies und Parodontitis (bakteriell bedingte Entzündung) vorzubeugen, wird eine tägliche Benutzung von Zahnseide empfohlen.

Obwohl der Nutzen von Zahnseide unbestritten da ist, nutzen die meisten Deutschen sie nicht täglich. Das liegt wohl zum einen an der etwas umständlichen Handhabung und zum anderen an einem auftretenden Zahnfleischbluten. Denn gerade bei der ersten Nutzung stellen sich viele Menschen ungeschickt an und schneiden ein wenig in das Zahnfleisch. Das ist bei leichter Blutung nicht schlimm aber unangenehm, weshalb viele die Zahnseide nur ein oder zweimal benutzen und dann wieder zur Seite legen.

Bei richtiger Anwendung reinigst Du deine Zwischenräume mit Zahnseide aber sehr effektiv.

Zähneputzen Baby und Kleinkind

Zähne putzen bei Baby und KindFür Eltern stellt sich oft die Frage, wie und ab wann man bei dem eigenen Baby mit dem Zähneputzen anfangen soll. Da auch kleine Kinder bereits Zuckerarten zu sich nehmen, solltest Du direkt ab dem ersten Zähnchen mit der Pflege anfangen, was durchschnittlich mit sechs Monaten der Fall ist.

Bei den ersten Zähnchen reicht es, eine weiche Zahnbürste und Wasser zu nutzen. Bis dein Baby zwei Jahre alt ist, solltest Du dann einen kleinen Klecks Kinderzahnpasta verwenden und damit jedes Zähnchen etwa 10 Sekunden bürsten. Achte darauf, dass die Zahnpasta geschmacksneutral ist. Fruchtgeschmack oder ähnliches animiert zum herunterschlucken.


Wenn dein Kind zwei Jahre alt ist, wird es langsam selber Hand anlegen wollen und greift meist aus Neugierde schon selber zur Bürste. Achte darauf, dass Du nachputzt, zu Beginn wird nämlich nur ein bisschen hin- und hergeschrubbt, was nicht ausreichend ist.

TIPP: Babys und Kinder lernen am einfachsten durch Nachahmung. Daher ist es empfehlenswert, dass Du dein Kind einfach zugucken lässt, wenn Du deine putzt. So lernt das Kind, dass der Vorgang etwas ganz Normales ist. Dreh den Spieß auch mal um und lass dir von deinem Kind die Zähne putzen. Das macht ihnen Spaß und sorgt oft dafür, dass Du auch ihre eigenen Zähnchen leichter bearbeiten darfst.

Zahnärzte empfehlen übrigens die KAI-Methode, also das Putzen in dieser Reihenfolge:

  • Kauflächen
  • Außenflächen
  • Innenflächen

Wie oben bereits bei der Putztechnik beschrieben, ist die Fegetechnik grundsätzlich die empfehlenswerte. Da kreisende, rotierende Bewegungen für kleine Kinder wesentlich einfacher zu merken und umzusetzen sind, raten Kinderärzte aber zu Beginn dazu. Im Teenageralter sollte gewechselt werden.

Empfehlenswert ist es, dass Du das Zähneputzen spielerisch gestaltest, etwa durch ein Lied oder eine Geschichte, die Du erzählst. Mit der Zeit wird daraus dann ein Ritual und fester Ryhtmus für deinen Nachwuchs, was den ganzen Vorgang angenehmer und stressfreier gestaltet.

Ein ganz tolles Lied ist der nachfolgende Zahnputzsong. Dieses Lied hat eine schöne Melodie und zeigt die KAI-Methode. Deinem Kind kannst Du mit solchen Liedern zeigen, dass es etwas ganz normales ist.

Es gibt ja mittlerweile auch für so ziemlich alles eine APP, natürlich auch für dieses Thema. Hierfür könnt Ihr einfach mal den APP-Store (oder natürlich Google Play) durchsuchen, es gibt mittlerweile sehr viele APPs. Eine gut bewertete ist beispielsweise die APP PutzHelden der ERGO Versicherungen.

Zähneputzen mit Backpulver

Backpulver wird oft als Hausmittel zum Zähne aufhellen verwendet. Mit Backpulver machst Du aber mehr kaputt als alles andere, daher ist das auf keinen Fall empfehlenswert. Es hat zwar kurzfristig tatsächlich eine Wirkung, allerdings schleifst Du mehr, als dass Du putzt. Dadurch schädigst Du den Zahnschmelz und der Zahn wird sehr empfindlich für Heißes und Kaltes, außerdem wird er viel anfälliger für Verfärbungen.

Wir haben dieses Thema hier im Detail beleuchtet: Zähneputzen mit Backpulver

Zusammenfassung: Wie geht richtiges Zähneputzen?

Zusammenfassend kann man sagen, dass Du mindestens zwei Mal täglich für min. drei Minuten putzen solltest. Morgens vor dem Frühstück und vorm Schlafengehen, dabei solltest Du die Fegetechnik verwenden.


Für die richtige Zahnpflege benötigst Du folgende Utensilien:

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